Studie zum institutionellen Rassismus in der KiTa

Nicht nur die Kitaplatzversorgung am Wohnort entscheidet, ob ein Kind betreut wird, sondern auch, welche Farbe seine Haut hat, welche Sprache es spricht und woher seine Familie stammt. Das zeigt eine neue qualitative Studie des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa) am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM): „Und raus bist du!“ – Institutioneller Rassismus in der frühen Bildung.

Die Untersuchung basiert auf Interviews, Fokusgruppen und Feldbeobachtungen in vier Berliner Bezirken: Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg, Spandau und Pankow. Sie zeigt, wie diskriminierende Praktiken im Kita-System aussehen, wer leichter Zugang bekommt und wer systematisch ausgeschlossen wird. 

Zentrale Befunde: 

  • Wartelisten als intransparente „Gatekeeper“: Was offiziell wie Verwaltung klingt, funktioniert oft als selektives Steuerungsinstrument. Vielfalt ist erwünscht – aber nur bis zu einem gewissen Maß. 
  • Norm der „guten Mischung“: Kitaleitungen gestalten aktiv die Zusammensetzung ihrer Gruppen – oft auf Grundlage unausgesprochener Vorstellungen von Normalität, Leistung und „sozialer Ausgewogenheit“. 
  • Förderrichtlinien wirken als Begrenzung: Sobald ein bestimmter Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Herkunftssprache erreicht ist, gelten andere Personalschlüssel – das kann zur bewussten Begrenzung ihrer Aufnahme führen. 
  • Weiße Mittelschichtsfamilien im Vorteil: In vielen Kitas gelten sie als „Wunschklientel“ – andere Familien spüren subtilen Ausschluss oder erfahren gar offene Ablehnung. 
  • Fehlendes antirassistisches Wissen: Viele Pädagog*innen verharmlosen rassistische Vorfälle oder reproduzieren stereotype Bilder – oft ohne es zu merken. In der Ausbildung und im Kita-Alltag ist dafür kein fester Platz vorgesehen. 

Zum Download der Studie

 

Quelle: Presseinfo DeZIM