Kita-System mit gegensätzlichen Entwicklungen

Grundsätzlich konstatiert die Autor*innen-Gruppe eine weniger starke Ausbaudynamik als in den vergangenen Jahren und zugleich – insbesondere in den östlichen Ländern – schon einen deutlichen Rückbau von Platz-Kapazitäten, so dass man von „fragmentierten Trends“ zwischen Ländern und Regionen sprechen kann. Eine mögliche Entspannung der Fachkräftesituation ließe  sich nutzen, um weiter gezielt Qualitätsentwicklungen voranzutreiben.

Weiterhin keine gleichberechtigte Teilhabe

Weiter aktuell bleibe die Frage der gleichberechtigten Teilhabe an früher Bildung: Immer noch sind demnach Kinder mit gering qualifizierten Eltern oder Einwanderungsgeschichte in Angeboten der Kindertagesbetreuung nach wie vor unterrepräsentiert. Um Zugänge gleichberechtigt zu gestalten, skizziert die Autor*innen-Gruppe drei Linien:

1) weiterer Ausbau des Angebots als Voraussetzung für flächendeckende Teilhabe, denn Benachteiligung zeigt sich besonders gravierend in Regionen mit geringer Platzverfügbarkeit;

2) Abbau bekannter Barrieren z B beim Informationszugang oder bei finanziellen oder sprachlichen Hürden;

3) stärkere Verankerung von „Bildung“ als relevantem Entwicklungsbereich bei Akteur:innen anderer Sektoren, die mit Kindern arbeiten (z B Kinderärzt:innen, Frühe Hilfen), die Eltern aktiv beim Zugang zu früher Bildung unterstützen können.

 

Der nationale Bildungsbericht „Bildung in Deutschland“ wird von einer unabhängigen Autorengruppe im Auftrag von Bund und Ländern erstellt und vom DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation koordiniert. Er erscheint seit 2006 alle zwei Jahre und untersucht die Entwicklung des deutschen Bildungssystems über alle Bildungsbereiche hinweg.

Den Bildungsbericht 2026 gibt es hier kostenlos zum Download:

https://www.wbv.de/shop/Bildung-in-Deutschland-2026-6001820jw